Gestern Abend hatten wir wieder die erste Probe beim Philharmonischen Chor nach der Sommerpause. Im November (am Totensonntag) führen wir das "Requiem" von Mozart auf und "Dona nobis pacem" von Vaughan Williams.
(leider habe ich nur den letzten Teil (VI) bei youtube gefunden, aber auch da kann man hören, wie schön die Musik ist)
Dieses Werk kannte ich bis dato noch nicht und ich habe seit Frühjahr ein paarmal reingehört, vor der Sommerpause hatten wir auch schon damit angefangen zu proben, aber so richtig Gedanken um den Inhalt und die Textpassagen habe ich mir nicht gemacht. Ich wusste, dass es um Krieg und der Bitte um Frieden geht, aber dies zu wissen und dann zu singen, das ist ein großer Unterschied. Es war ein sehr emotionaler Abend und wir probten das Stück Nr. 4 "Dirge for two veterans" (Totenklage für zwei Veteranen) und je tiefer wir in das Stück eintauchten, umso mehr stellten sich mir die Nackenhaare und ich bekam Magenweh. Als dann der letzte Satz des Stücks gesungen wurde "my heart gives you love" konnte ich mich nicht mehr zurückhalten, es flossen die Tränen. Klar bin ich emotional sehr dünnhäutig bei diesen Themen, aber die entsprechende Musik dazu tut noch ihr übriges. Der Takt ist genau so, wie man sich einen klagenden Trauermarsch vorstellt, aber wunderschön komponiert und es geht tief unter die Haut. Ich hoffe sehr, dass ich am Konzert ohne Tränen und schlucken singen kann... :-((
Hier der englische Text und die Übersetzung:
DIRGE FOR TWO VETERANS
The last sunbeam Lightly falls from the finish'd Sabbath, On the pavement here, and there beyond it is looking, Down a new-made double grave.
Lo, the moon ascending, Up from the east the silvery round moon, Beautiful over the house-tops, ghastly, phantom moon, Immense and silent moon.
I see a sad procession, And I hear the sound of coming full-key'd bugles, All the channels of the city streets they're flooding, As with voices and with tears.
I hear the great drums pounding, And the small drums steady whirring, And every blow of the great convulsive drums, Strikes me through and through.
For the son is brought with the father, in the foremost ranks of the fierce assault they fell, Two veterans son and father dropt together, and the double grave awaits them.
Now nearer blow the bugles, And the drums strike more convulsive, And the daylight o'er the pavement quite has faded, And the strong dead-march enwraps me.
In the eastern sky up-buoying, The sorrowful vast phantom moves illumin'd. Tis some mother's large transparent face, In heaven brighter growing.
O strong dead-march you please me! O moon immense with your silvery face you soothe me! O my soldiers twain! O my veterans passing to burial! What I have I also give you.
The moon gives you light, And the bugles and the drums give you music, And my heart, O my soldiers, my veterans, My heart gives you love.
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TOTENKLAGE FÜR ZWEI VETERANEN
Der letzte Sonnenstrahl des Sonntags, der zu Ende ist, fällt leicht auf den Bürgersteig hier, und dort, weiter weg, schaut er hinunter in ein frisch ausgehobenes Doppelgrab.
Seht, der Mond steigt empor, aus dem Osten, der silberne, runde Mond, wunderschön über den Dächern, ein totenbleicher, gespenstischer Mond, ein ungeheurer und stiller Mond.
Ich sehe eine traurige Prozession, und ich höre den Klang herannahender Hörner. Alle Rinnsteine der Straße schwellen an, als ob sie von Stimmen und Tränen überlaufen würden.
Ich höre die großen Trommeln schlagen
und die kleinen Trommeln immerfort rühren.
Und jeder Schlag der großen, erschütternden Trommeln geht mir durch und durch.
Denn man bringt den Sohn mit dem Vater.
In den vordersten Reihen des wütenden Angriffs fielen sie.
Zwei Veteranen, Sohn und Vater, fielen gemeinsam,
und das Doppelgrab erwartet sie.
Jetzt blasen die Hörner näher,
und die Trommeln schlagen noch erschütternder,
und das Tageslicht über dem Bürgersteig ist ganz verblasst,
und der markige Trauermarsch nimmt mich ganz gefangen.
Am östlichen Himmel, schwebend, bewegt sich hell erleuchtet die kummervolle, riesige Erscheinung.
Es ist das große, durchsichtige Gesicht einer Mutter, das am Himmel heller wird.
O markiger Trauermarsch, du gefällst mir.
O großer Mond mit deinem silbernen Gesicht, du beruhigst mich.
O meine beiden Soldaten, o meine Veteranen auf dem Weg zum Begräbnis, was ich habe, schenke ich euch.
Der Mond schenkt euch Licht, und die Hörner und Trommeln schenken euch Musik.
Und mein Herz, o meine Soldaten, meine Veteranen,
Mein Herz schenkt euch Liebe.
3 Kommentare:
beruhigt es dich wenn ich auch tränen in den augen habe? und ich singe es nichtmal ;)
Ja, das tut es, Danke *schneuz*
Jetzt guck ich endlich mal in deinen blog und dann gleich sowas... ich beneide dich nicht!
Grüßle dalassend,
das gestreifte Trällervieh
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